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Budapest/Bad Saulgau Von unserem Redakteur Marc Dittmann |
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„Wir alle haben mit Ihnen mitgefiebert. Das war ein echter Nervenkrieg, toll zum Anschauen“, schilderte Bad Saulgaus Bürgermeisterin Doris Schröter ihre Erlebnisse. Toll zum Anschauen findet die Schultessin offensichtlich auch die Schwimmer selbst, lobte sie doch die Abschaffung der Anzüge, als sie witzelte: „Ich finde das gar nicht schade, dass die Ganzköperanzüge verboten worden sind. Wann sieht man schon mal so viele knackige Männerkörper“, gab sie ihre Sichtweise des Anzugsverbots preis und erntete dafür herzliches Lachen. Die Stadt hatte den Verein, die Schwimmabteilung und die Gemeinderatsmitglieder zu der spontanen Ehrung geladen. Man habe sich überlegt, die Ehrung einige Tage später zu machen, aber man habe den in Budapest entstandenen Schwung nutzen wollen, meinte Schröter. „Ihr Erfolg ist unbezahlbares Marketing für die Stadt.“ Rapp war keine eineinhalb Stunden zuvor aus Budapest gelandet und hatte sich quasi auf direktem Weg Richtung „Haus am Alten Markt“ begeben. Noch sei er nicht ganz fit, meinte Rapp später am Rande der Ehrung, schließlich habe man am Sonntagabend, nach dem Ende aller Wettbewerbe, ausgiebig gefeiert. Rapp durfte sich ins Goldene Buch der Stadt Bad Saulgau eintragen, nur eine Handvoll Seiten hinter der Stelle, an der sich einst Daniel Unger nach seinem WM-Titel im Triathlon verewigt hatte. Richard Striegel, Erster Beigeordneter der Stadt, überreichte Rapp Einkaufsgutscheine in Form einer Medaille. Striegel erinnerte in seiner kurzen Ansprache an den Beschluss, das Hallenbad nun „aufzuhübschen“ und feierte dies als „richtige Entscheidung“, die durch die Erfolge bestätigt werde. Rapp habe das Stadtwerke-Motto („Unsere Energie, Ihre Leistung“) und die Leistung selbst (das Naturprodukt „Silberstrom“) verinnerlicht. Striegel meinte zum Abschluss – nicht ohne Augenzwinkern: „Ich habe über ein neues Produkt nachgedacht – Goldstrom.“ Ein ähnliches Geschenk wie an Rapp übergab Striegel an Isabelle Härles Mutter (Isabelle Härle hat sich direkt aus Budapest in den Urlaub begeben) und an Cheftrainer Tobias Frey. Ebenfalls erfreut zeigte sich der TSV-Vorsitzende Martin Blaser, der die Erfolge der Schwimmabteilung zuvorderst mit Tobias Frey verknüpfte: Er habe die Abteilung zur erfolgreichsten des TSV gemacht. „Tobias arbeitet minutiös in der Vorbereitung, an den Trainingsplänen. Ohne Trainer geht nichts“, sagte Blaser. „Ich danke der Stadt, den Stadtwerken und dem Gemeinderat, dass das Hallenbad renoviert wird. Denn das bietet die Voraussetzung für weitere Erfolge.“ Weiche Knie auf dem Podest Clemens Rapp dankte vor allem der Schwimmabteilung, dem Verein und seinen Eltern. Insgesamt zog er ein sehr zufriedenes Fazit der EM, die außerdem die Finalteilnahme über 400 Meter Freistil und den siebten Platz bereithielt. „In den Tagen danach war ich sehr unruhig, wäre am liebsten schon im Training am Mittwoch und Donnerstag voll geschwommen“, meinte er und deutete an, ein bisschen wie ein nervöses Rennpferd gewesen zu sein. Das Staffelrennen ließ Clemens Rapp nochmals Revue passieren: „Ich bin als Zweiter ins Wasser, aber in der Welle an den Russen heranzukommen, war nicht möglich.“ Nach der Staffel habe er minutenlang gezittert, auf dem Podium mit weichen Knien gestanden, sagte Rapp. Nun steht im September der Umzug nach Heidelberg an, wohin er Isabelle Härle folgt, um fortan mit Stützpunkttrainer Dr. Michael Spikermann zu trainieren und gleichzeitig an der Uni Heidelberg Mathematik zu studieren. Doch zunächst macht der Eichstegener drei Wochen – verdiente – Pause: „Ich werde versuchen, drei Wochen gar nichts zu machen.“ Erst dann beginnt die Konzentration auf die nächsten Ziele, die WM 2011 in Shanghai und die Olympischen Spiele 2012 in London. Und vielleicht setzt Clemens Rapp ja dort Richard Striegels Produktmanagementidee vom „Goldstrom“ um.
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